Wir sind bereits mitten in der Ernte…
Es wundert unterdessen niemand mehr: Der Beginn der Traubenernte wird immer früher. Das Synonym des «Herbsten» scheint immer mehr aus der Zeit gefallen zu sein.
Am Montag, 24. August haben wir in der Klus mit der Ernte begonnen. Bereits am ersten Tag konnten wir 1,5 Tonnen Blauburgunder Trauben in den Keller bringen. Dank vielen Helferinnen und Helfer brauchten wir dafür nur gut zwei Stunden. Wir haben einen Oechslegrad von 88 gemessen, das klingt nicht nach viel, ist aber perfekt, um daraus einen leichten, süffigen Rosé oder einen frischen, perligen Schaumwein zu keltern.
Seither geht es in hohem Tempo weiter, wir ernten fast jeden Tag grosse Mengen, kaum eine Pause. Das Wetter spielt mit, und was wir ernten ist einfach prächtig: Ich habe noch nie so viele, so schöne Trauben gesehen. Die Trauben sind ausgewogen reif, formvollendet und haben keine Schäden. Kein Mehltau. Keine Kirschessigfliegen. Keine Wespen. Das habe ich so noch nie gesehen. Wir kommen zügig voran, so zügig, dass wir im Keller mit der Verarbeitung kaum nachkommen.
In Jenins warten wir noch etwas mit der Ernte. Ich gehe heute davon aus, dass es dort Ende nächste Woche losgeht. Wir versuchen etwas Zeit für die weitere physiologische Reifung der Trauben zu gewinnen. Zudem hoffen wir noch auf Tage mit kalten Nächten und warmen Nachmittagen. Diese Temperaturamplitude ist entscheidend dafür, dass die Trauben ihre sortentypische Aromatik entwickeln können. Gleichzeitig müssen wir dabei aufpassen, dass der Zuckergehalt der Trauben nicht zu stark steigt. Die ganze Kunst liegt jetzt darin, dieses Dreieck zwischen Reife, Aromatik und Zucker zu balancieren. Wir werden sehen. Und ich halte Euch auf dem Laufenden.





